12. Mai: Hamelin Pool
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Unser nächster Halt ist Hamelin Pool in der Bucht der Shark Bay, eine aufgelassene Post- und Telegrafenstation kurz vor der Auffahrt zum Highway Nr. 1. Der Ort sieht aus wie eine Stadt im Wilden Westen nach dem Ende des Goldrauschs. Wieder fühlen wir uns in einen Western versetzt. Wenige vergammelte Gebäude, Staub, Hitze und kaum Schatten. Kein Schild weist uns den Weg zu den Stromatolithen in dieser Meeresbucht, deren Alter in Billionen von Jahren gerechnet wird. Auf einem schrottreifen Fahrrad eiert ein total verwilderter Aussie auf uns zu. Stilbewusst mit schwarzem Hut! Ein schütterer Bart undefinierbarer Farbe hängt ihm bis zum Bauch, die nackten Füße sehen aus, als hätten sie noch nie Wasser und Seife gesehen. Er schickt uns in den Shop, wo wir eine Wegbeschreibung kaufen könnten. Netter Versuch, aber wir finden den Zugang zur Bucht, ohne eine Landkarte bemühen zu müssen. Wie schwarze Knubbelköpfe schauen die uralten „lebenden Steine“ aus dem Wasser. Auch sie bestehen wie ihre im Verhältnis jugendlichen Vettern im Thetissee aus blaugrünen Cyanobakterien. Eine Schönheit sind sie wahrlich nicht. Ich betrachte sie trotzdem voller Ehrfurcht, denke daran, dass sie zu den ältesten Lebewesen auf unserer Erde gehören. Wir erreichen unser Tagesziel Carnarvon am frühen Nachmittag, wo wir uns mit Geld, Diesel und Lebensmitteln eindecken. An einem Bistro spricht uns ein junger Deutscher an, erzählt, dass er in Carnarvon auf Arbeitssuche ist, bis jetzt jedoch vergebens. Aber er darf während der Abwesenheit des Kneipenbesitzers dessen Hund und Haus hüten, so hat er wenigstens ein Dach über dem Kopf. Der junge Mann ist einer von Vielen, die am Work&Travel-Programm teilnehmen.  
 
 
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