| Es ist Sonntagabend, am 27. August 2017. Wir sitzen endlich in einem Flugzeug der SAA und fliegen über Johannesburg nach Windhoek. Das ist teurer als einige andere Airlines, aber wir belegen schon zum sechsten Mal hin und zurück die Sitze 62A und C gleich hinter der Pantry. Wegen der Beinfreiheit ist das fast wie Business, nur viel billiger. Diese Freiheit gönnen wir uns trotz 157 bzw. 172 cm Körpergröße. Für die Emergencysitze kommen wir leider nicht in Frage. Noch nie hat uns die SAA im Stich gelassen, wir kamen immer pünktlich ans Ziel. Trotzdem bibbern wir jedes Mal, ob die eineinhalb Stunden Umsteigezeit in Jozi ausreichen. Wie sich noch herausstellen wird, hat der Flug mit der südafrikanischen Linie diesmal einen Nachteil. Unter uns rumpelt und grummelt es, die Gebäude des Frankfurter Flughafens eilen vorüber, das Licht wird gedimmt! Ich schließe meinen Gurt und knuffe mein Schlafhörnchen zurecht. Es ist so weit, wir warten darauf, dass der Vogel abhebt. Jetzt ... jetzt ... ah, er hebt die Nase hoch und wir schweben. Ich ziehe meine Wanderschuhe aus und stemme die Füße gegen die Wand zur Pantry, während Herbert stöhnend die Antithrombosestrümpfe anwürgt. Die Saftschubsen und -schubser sind klirrend beschäftigt, es riecht nach warmer Mahlzeit. Mir egal, nach meinem Tablettencocktail kuschle ich mich in die bereitgelegte Decke, kippe meinen Sitz nach hinten und schließe die Augen. Als ich aufwache, wird der Container mit Frühstück vorbeigeschoben: „Chicken or Beef?“ Draußen ist es diesig, von Johannesburg ist nicht viel zu sehen, als wir pünktlich aufsetzen. Eineinhalb Stunden später haben wir das Prozedere der Zwischenlandung geschafft und schnallen uns im Zubringer nach Windhoek an, wo wir pünktlich um 11:30 Uhr landen. Für Handy und Internet suchen wir den namibischen Anbieter MTC am Flughafen auf, der zurzeit in einer Notunterkunft arbeitet, die wir für eine Würstchenbude halten und drumherum laufen. Er kann uns jedoch nur das Datenvolumen verkaufen. Unser Fahrzeugvermieter bietet keinen kostenlosen Shuttle an, weshalb wir am heimischen PC bei Europcar, der einzigen Mietwagenfirma, die sowohl am Flughafen, als auch in Windhoek eine Filiale hat, für einen Tag einen Polo gemietet haben. |
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