30. September: Der kalte Wind der Kalahari    (1/3)
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Es ist so kalt an diesem Morgen, dass wir am liebsten im gemütlichen Schlafsack bleiben würden, bis uns die Sonne wärmt. Leider haben wir jedoch etwas anderes vor.
Die Dusche prasselt wohlig warm auf uns nieder, tut den steifen Gliedmaßen gut. Es hat sich im Laufe der Reise eingespielt, dass Herbert das Bett abbaut, und während er seine Morgentoilette erledigt, sich Traudel um das Frühstück kümmert. Leider ist mit dem Tageslicht der kalte Kalahariwind aufgewacht, wedelt mit unserem Moskitonetz und bläst in unsere Gasflamme. Das Kaffeewasser will und will nicht kochen, ausgerechnet heute, wo wir es eilig haben.
Als die ersten Strahlen der Sonne durch die Büsche blitzen, stellen sich die Vögel ein, flöten und trillern ihre Morgenmelodie und beobachten uns. Drosslinge fischen einen Apfelbutzen aus der Abfalltonne und zanken sich um ihn. Ein Rotbauchwürger lässt sich bereitwillig fotografieren, doch ein Pärchen Maskenwebervögel schwirrt so quirlig durchs Geäst, dass es Traudel nicht gelingt, es aufs Foto zu bannen.
Endlich sitzen wir beim Frühstück, das wir wie an jedem Morgen in den vergangenen Wochen in Ruhe einnehmen. So viel Zeit muss sein! Wie unsere Reise auch, neigen sich die Vorräte dem Ende zu, doch bis morgen werden sie uns satt machen.
Als wir bezahlen und uns verabschieden, wartet Douglas vor der Rezeption auf Kundschaft. Es sei frühmorgens 13°C kalt gewesen, berichtet er. Er muss sich täuschen, denn nach unserem Empfinden bewegten sich die Temperaturen nahe Null.
Dann hat uns die Straße wieder. 200 km später erreichen wir die namibische Grenze. Es dauert eine Weile, bis wir die Formalitäten erledigt haben, denn vor uns wird eine Busladung abgefertigt. Nach fast einer Stunde lassen wir die Kontrollen hinter uns und fahren nach Gobabis, wo wir auf der Campsite der Goba Goba Lodge übernachten wollen.