123 km von Katima bis Kasane sind nicht viel, spannend wird es, weil auf halber Strecke eine Grenzstation unsere Aufmerksamkeit verlangt. Eigentlich geht alles zügig und problemlos vonstatten. Wären da nicht die Transparente vor dem Grenzposten in Botswana, wonach weder frisches, noch verarbeitetes Fleisch sowie kein Obst und Gemüse eingeführt werden dürfen. Falls wir kontrolliert werden, müssten wir unseren gut gefüllten Kühlschrank leeren. Doch niemand fragt danach, niemand will unseren Kühlschrank inspizieren. Dann heißt es: „Welcome to Botswana!“. Hoch am Hang über dem Schild begrüßt uns ein Elefant.
Um nach Kasane zu fahren, müssen wir den Chobe NP durchqueren, und schon beginnt der Papierkrieg. An die Listen werden wir uns wieder gewöhnen müssen. Wir steuern die Chobe Safari Lodge in Kasane an, die auch einen Campingplatz betreibt. Zwei Stellplätze seien noch frei. Wir schauen sie uns an und sind entsetzt: Miniplätze, staubig, ohne Schatten und inmitten mehrerer Reisegruppen. Hier sollen wir zwei Tage verbringen? Auf keinen Fall! Spontan entschließen wir uns, es sogleich im Senyati Safari Camp 12 km weiter zu versuchen, wo wir erst in drei Tagen erwartet werden.
Im Senyati haben wir Glück, können problemlos umbuchen und zwei Nächte bleiben. Der Stellplatz ist großzügig, hat eigene Sanitäranlagen, ist schattig und liegt mit Blick auf das Wasserloch. Wollen wir uns mit unseren Nachbarn verständigen, müssen wir rufen. Welch ein Unterschied zu der Unterkunft in Kasane!
Nachmittags kommen die Elefantenherden zum Saufen, Duschen und Suhlen. Bei vierzig hört Traudel auf zu zählen. Wir zwängen uns durch den unterirdischen Tunnel, dessen Guckscharten wenige Meter vom Wasserloch entfernt in Fußhöhe der Grauen angebracht sind. Es stinkt zwar bestialisch nach fauligem Wasser, aber wir sind den mächtigen Tieren so nah wie nie zuvor.
Herbert findet einen Geocache und fügt ab jetzt seiner Länderliste Botswana hinzu.
Zwischen 17:00 und 21:00 Uhr hat das Camp WLAN, was wir sogleich nutzen, Mails abfragen und den gestrigen Tag ins Web stellen. Zwischendurch werfen wir immer wieder einen Blick auf die Elefanten, die im rötlichen Scheinwerferlicht saufen, miteinander spielen oder kleine Händel austragen.
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