21. September: Eine Elefantenherde zum Frühstück   (1/3)
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Herbert hat schlecht geschlafen, weil er träumte, wir könnten wieder im Sand stecken bleiben, und dann wäre niemand zur Stelle, der uns hilft.
Die Morgenstimmung am Kwando macht melancholisch. Im Sand finden wir die Spuren einer mittelgroßen Katze. Um uns herum trällern die Vögel. Im Baum direkt über unseren Köpfen füttert eine Schwalbe ihr Junges, und auch der muntere Hauben-Bartvogel mit der Krone auf dem Kopf ist wieder da. Wir beeilen uns mit dem Zusammenpacken, denn wir wissen nicht, wie gut wir vorankommen werden. Mit Staunen beobachten wir, dass eine Gruppe Camper auf Game Drive gefahren ist und alles hat liegen und stehen lassen. Eine freche Schar Paviane findet in den Hinterlassenschaften ein interessantes Betätigungsfeld. Die Gesichter der Touristen nach ihrer Rückkehr hätten wir gerne gesehen.
So viel Zeit ist leider nicht, wir müssen auf die Piste, die sich heute freundlicher zeigt als gestern. Der Sand ist morgens noch nicht so fluffig, und die weichen Reifen meistern den Untergrund ohne Probleme. Nach einer halben Stunde Fahrt stehen wir plötzlich in einer unübersehbar großen Elefantenherde. Kein Weiterkommen! Die Tiere wechseln über den Pfad, bewegen sich fressend vorwärts, sind neben uns und hinter uns. Kühe mit ihren Kälbern, unruhige Halbwüchsige und links von uns eine riesige Elefantenkuh, die uns nicht aus den Augen lässt. Vermutlich die Chefin! Wenn wir langsam vorfahren, brummt sie, sobald wir ihr zu nahe kommen. Wir setzen ein paar Meter zurück, und sie ist beruhigt. Das Meer von Leibern teilt sich irgendwann, bildet eine Gasse, durch die wir im Schneckentempo hindurchschleichen. Es fühlt sich an wie Spießrutenfahren.