| Schrieben wir, dass wir nie wieder um 5.30 Uhr aufstehen wollten? Wer die Tierwelt an den „Yellow Waters“, der wichtigsten Attraktion im Kakadu Nationalpark, erleben will, muss sich spätestens um 6.30 Uhr am Shuttle Bus einfinden, der zur Anlegestelle fährt. Noch ist es dunkel. Während wir das Boot besteigen, zeigt sich im Osten ein schmaler organgefarbener Streifen Licht, das innerhalb kurzer Zeit den neuen Tag erhellt. Während das Boot fast lautlos über die verschiedenen Flussarme gleitet, weist der Ranger auf das morgendliche Treiben der Tierwelt hin. Eine Rotte Wildschweine verschwindet mit hoch erhobenen Schwänzen in der Graslandschaft, als sie uns kommen hört. Wir beobachten hauptsächlich Vögel, von denen wir einige Arten vermutlich nur hier erleben können. Sehr eindrucksvoll der Seeadler hoch oben in der Baumspitze; klein, aber umso bunter schwirren Kingfischer, Verwandte unseres Eisvogels, von Baum zu Baum. Silberreiher setzen weiße Tupfen in die grüne Landschaft. Im Unterholz lärmen Hunderte Vertreter einer seltenen Entenart, auf vertrockneten Ästen hocken exotische Verwandte unseres Kormorans und breiten ihre Flügel zum Trocknen in der Sonne aus. Eine Jesusvogelmutter beaufsichtigt ihre Babys, die so winzig sind, dass wir sie nur am Gewusel erkennen. Auf dem Boot befinden sich ungefähr fünfzig Personen, doch wenn der Ranger beidrehen lässt und den Motor abstellt, ist es ganz still, wir hören nur noch die Vögel. |
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