30. Mai: Übertritt ins Northern Territory, das "Top End" (1/6)
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Die Gegend um Kununurra ist für ihre Fruchtbarkeit bekannt, was auf die Lage im Delta des Ord Rivers zurückzuführen ist. Zum ersten Mal während der Reise schlafen wir schlecht, denn die Nacht ist schwülwarm, die Mücken summen bedrohlich. Nach einem kurzen Schlenker am nächsten Morgen über den sonntäglichen Markt in Kununurra drehen wir das Lenkrad gen Osten und verlassen Westaustralien. Gleichzeitig werden uns eineinhalb Stunden dieses Sonntags geklaut, da das Top End seine Uhrzeit an den Gang der Sonne anpasst. Gefühlsmäßig kommen wir mit dieser Regelung besser zurecht, wir müssen nicht mehr um 5.30 Uhr aufstehen. Hier wird es erst um 7.00 Uhr hell.
Das Bild der Landschaft ändert sich nur unwesentlich. Die Savanne besteht aus hohen trockenen Gräsern, dazwischen verstreut Eukalypten wie auf unseren Streuobstwiesen die Obstbäume.
In der Ferne Hügelketten - oder das weite Nichts. Ab und zu schauen aus dem Savannengras braune Knubbel hervor. Das können Termitenhügel sein oder Felsbrocken, beides harmlos. Manchmal sind es jedoch die Rücken grasender Rindviecher, dann ist Vorsicht geboten, denn sie könnten unser Auto als Feind betrachten und entsprechend reagieren.
Wir steuern den Keep River NP an, der uns als besonders schön ans Herz gelegt wurde und sind begeistert. 250 Millionen Jahre alt sind die Felsen, über die wir wandern und die uns umgeben. In grauer Vorzeit lagen sie tief auf dem Meeresboden, heute ragen sie ins Trockene. Typisch - wie für viele Felsen in Australien - bestehen sie aus vielen Schichten Gesteins, das unterschiedlich stark verwittert, und dadurch eine einzigartige Landschaft prägt. Erschöpft und verschwitzt von der tropischen Sonne schütten wir uns vor der Weiterfahrt nach Nordost Wasser in den Gaumen sowie über Arme und Gesicht.
 
 
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