| War das eine Tour durch die Kimberleys!
Die Piste abseits der „Durchgangsstraße“ forderte Fahrer und Fahrzeug heraus. Mal tiefer Sand, bei dem das Fahrzeug hin und her schlingerte, dann wieder Schotter, bei dem ständig auf tückische spitze Steine zu achten war. Eine Reifenpanne hätte schlimm ausgehen können, da die Reifen unter Umständen völlig zerfetzen.
Wehe, der Blick schweifte ab in die Natur. Schon hob uns eine Bodenwelle hoch, und das Fahrzeug landete mit einem lauten ‚Rumms’ wieder auf den Rädern. Am schlimmsten waren die Kurven. Wenn sie zu schnell angefahren wurden, schob sich das Fahrzeug wie auf Schmierseife an den Rand der Piste. Gegenverkehr kündigte sich frühzeitig durch eine Dreckwolke an, die sich vom Horizont her näherte. Manchen Fahrern scheint es Spaß zu machen, andere Verkehrsteilnehmer möglichst dick einzunebeln. Nur wenn man rechtzeitig das Gebläse voll einschaltet und damit Überdruck erzeugt, bleibt der Fahrerraum staubfrei.
Es dauerte eine Weile, bis wir es wagten, die berüchtigten Waschbrettpisten mit Tempo 80 zu befahren. Doch es stimmt, dann hoppelt es am wenigsten. Die ersten Fluss- oder Creekdurchfahrten waren eine Mutprobe. Der 4WD ist auf Low Gear umzuschalten und sucht sich im ersten Gang mit ungeheurer Kraft seinen holprigen Weg über die Steine in der Furt ans andere Ufer. Kurz vor dem östlichen Ende der GRR muss der breite Pentecost River durchquert werden, in dem Salties auf Touristen lauern sollen. Es heißt, diese Durchfahrt sei der schwierigste Teil der direkten Route. Bei einer Wassertiefe von nur vierzig Zentimetern nehmen wir sie problemlos und routiniert. Gerne hätte ich ein Bild von der Mitte des Flusses aus gehabt. Wegen der Krokodile will Traudel nicht aussteigen. Höchstens zusammen mit Geld und allen Unterlagen, droht sie. Ich hätte gewartet, bis die Papiere am anderen Ende wieder herauskommen. |
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