18. Mai: Der weite Weg durch die Pilbara (1/3)
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Der Tag bricht über unseren Schlaf herein, als unsere Campingnachbarn ihre schweren Geländewagen starten, um mit ihren nicht minder schweren Motorbooten ans Meer zu fahren. Hochseeangeln scheint in dieser Gegend Volkssport zu sein. Wir stehen erst auf, als sich die Sonne anschickt, die Hügel der Cape Range Halbinsel zu überwinden. Der Platzbetreiber hat die Rasensprenger angestellt. Das sprühende Nass glitzert in den ersten Sonnenstrahlen und lockt Scharen von Vögeln an, die in dem Wasser tanzen. Sie flattern durch die Fontänen, fliegen hoch und lassen sich erneut hineinfallen. Einige planschen vergnügt in den Pfützen. Das Ganze wird begleitet von vielstimmigem Jubel und Geschrei. Wir schauen fasziniert zu und denken erst ans Fotografieren, als der Spaß vorbei ist.
Um die Mittagszeit starten wir ins Landesinnere. Die Straßen sind leer, in gutem Zustand, der Wagen rollt gleichmäßig dahin. Die Landschaft ändert sich wenig, ist meist flach. Ich habe den Verdacht, dass die Ansicht, die Erde sei eine Scheibe, hier in der Pilbara geboren wurde. Mal eine Erhebung, mal Steppe, mal Savanne mit einzelnen Eukalypten links und rechts neben dem Asphalt,
der in der Hitzeflirrt. Scharen von Papageien fliegen auf, eine Rinderherde wechselt gemächlich über die Fahrbahn, zwei Kängurus schicken sich ebenfalls an, die Straße zu überqueren, überlegen es sich anders und verschwinden im trockenen Gestrüpp. Dann wieder nur grenzenlose Weite. Eine Ansammlung rund geschliffener Felsen ist so interessant, dass wir eine Fotopause einlegen. Immer häufiger schaut die nackte Erde zwischen den Spinnifexbüscheln hervor, die um diese Jahreszeit nicht grün, sondern sandfarben sind. Je tiefer die Sonne sinkt, desto intensiver leuchtet das Rot der Erde, das manchmal nach Ocker, manchmal nach Mokka tendiert. Am späten Nachmittag tauchen im Osten die Hügel der Hamersleykette auf, Teil des Karijini Nationalparks, den wir morgen besuchen wollen. Wir halten am Nanutarra Roadhouse, um zu übernachten, da die nächste Möglichkeit erst wieder in 170 Kilometern Entfernung besteht. Diese Roadhouses sind wichtige Knotenpunkte auf den endlosen Straßen durch beinahe menschenleeres Land. Sie sind gut ausgestattet mit Tankstelle, Restaurant, Motel, kleinem Shop und Campingplatz, alles sauber und ordentlich Die Preise haben es allerdings in sich.
 
 
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