16. Mai: Schwimmen wie im Aquarium und eine Wanderung (1/5)
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Wir erwischen einen freien Platz in unserem Wunschcamp. Es liegt in einer seichten Bucht direkt am Meer, im Rücken hohe Dünen, im Hintergrund die Hügel der Cape Range, die sich über die gesamte Halbinsel zieht und ihr den Namen gegeben hat. Die komfortable Einrichtung des Campingplatzes besteht aus drei Mülltonnen und einer Buschtoilette.
Wir fahren zum Nordufer des Yardie Creeks, dessen hoher Wasserstand und butterweicher Sandboden unsere erste Wasserdurchfahrt vermutlich in ein Fiasko verwandelt hätte. Ein Aussie-Ehepaar und ich schauen Herbert vom Ufer aus amüsiert zu, wie er sich durch das Wasser tastet und beinahe bis zum Bauch darin versinkt.
Zuvor haben wir eine kurze Wanderung der Gefahrenstufe 4 auf einer Scala von 1 bis 6 am Steilufer des Creeks entlang unternommen. Wir brechen kurz vor dem Ziel ab, weil Traudel der Mut verlässt, einen felsigen Abhang hinunter zu klettern. Den Höhepunkt des Tages bildet das Schnorcheln am Ningaloo Reef, das hier bis fast ans Ufer reicht.
Kaum haben wir die Nase unter Wasser, befinden wir uns inmitten einer bunten Fischwelt: Glasfische, blau gepunktete Rochen, Zebrafische, schwarze, neonblaue, rote Fische von klitzeklein bis zu einem halben Meter groß schwimmen um uns herum. Korallenberge, die wie dicke Gehirne aussehen, Korallenfächer und „-büsche“, ebenfalls in unterschiedlichen Farben bilden die Kulisse. Begeistert lassen wir uns in diesem Aquarium treiben, bis es uns zu kalt wird.
Kurz vor der Dämmerung erreichen wir den Camp Ground, wo wir uns umgehend ans Abendessen machen, damit die Kocherei nicht in voller Dunkelheit stattfinden muss. Zwischendurch springen mehrere Kängurus um die wenigen Zelte und Wohnmobile. Obwohl sie den Campingbetrieb neugierig beobachten, eilen sie in riesigen Sätzen davon, wenn ihnen jemand zu nahe kommt. Am nächsten Morgen verraten Spuren im Sand rund um unser Wohnmobil, dass sie sich nachts bis vor unsere Tür gewagt haben.
 
 
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