3. Mai: Singapur und die Schweinegrippe (2/6)
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Am nächsten Tag durchstreifen wir die Stadt Richtung Chinatown, schlendern am Ufer des Singapur Rivers entlang durch eine „Fressgasse“ für Touristen, in der zu dieser frühen Stunde noch nichts los ist. Auf einem Sightseeingboot fahren wir vorbei an modernen Hochhäusern und wenigen erhaltenen Gebäuden aus der Kolonialzeit, die mit bunten Anstrichen und Fensterläden vergeblich versuchen, sich gegenüber den gigantischen Bauten des modernen Singapurs zu behaupten. Die Stadt boomt, es ist nicht zu übersehen, dass Geld hier eine mächtige Rolle spielt. Unterwegs begegnen uns immer wieder Asiaten mit Mundschutz, aber ich bezweifle, ob diese Maßnahme nur auf die Hysterie wegen der Schweinegrippe zurückzuführen ist. Der Weg zurück ins Hotel gestaltet sich mühselig, die feuchte Hitze schlägt über uns zusammen. Das viele Trinken hat zur Folge, dass das Thema „menschliches Bedürfnis“ an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden muss. Traudel bittet das Personal eines Hotels, das in einer kleinen Gruppe am Eingang steht, den „Restroom“ benutzen zu dürfen. Kleine Konfusion, die junge Dame der Gruppe nimmt ihre Maske ab und winkt einen älteren Kollegen herbei, der nach kurzem Besinnen nickt und eine Anweisung erteilt. Ehe Traudel weiß, wie ihr geschieht, hat sie ein Fieberthermometer im Ohr. Das Ergebnis ist wohl zufriedenstellend, denn ihre Bluse wird mit einem blauen Klebepunkt gekennzeichnet und sie darf hinein. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Thermometer erhöhte Temperatur angezeigt hätte!  
 
 
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