| „Ihr müsst vor die Füße gucken“, rät Elsa Goldfarb, unsere Campingwirtin, als wir unseren Eindruck schildern, dass die Wildblumen in diesem Jahr spärlicher als sonst zu blühen scheinen. Und sie hat Recht. Morgens haben wir Lamberts Bay und den tobenden Atlantik verlassen und sind durch eine mit Fynbos durchsetzte Landschaft nach Nieuwoudtville aufgebrochen. Die Hitze flirrt, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, das Auto frisst sich Kilometer um Kilometer voran. An dieser beinahe menschenleeren Strecke weisen nur selten Schilder auf Farmen oder kleine Anwesen hin. An einigen Stellen wird Wein angebaut, dann führt die Gravelroad wieder kilometerweit durch nichtsagendes Gelände. Über den Vanrhyns Pass klettern wir hinauf in die Bokkeveld Mountains nach Nieuwoudtville, einem Zentrum für früh blühende Zwiebelgewächse. Um die Umgebung korrekt zu beschreiben, passt die Bezeichnung „bezaubernd ländlich“ am besten. Unser Ziel ist der Campingplatz auf der Groenrivier Farm von Familie Goldfarb, den wir nach einer Fahrt durch blühende Felder erreichen. Er ist eine erfreuliche Überraschung. Uns stehen eigene Ablutions mit WC, Dusche, Handwaschbecken, Spülbecken und großzügig bemessenen Ablage- und Arbeitsflächen in einem kleinen Steinhaus zur Verfügung. Eine überdeckte Terrasse mit Grillplatz teilen wir uns mit unseren „Doppelhausnachbarn“, zwei verwandten Paaren im Rentenalter. Sie sind freundlich und kontaktfreudig, und wir kommen bald ins Gespräch. Eine der Frauen ist in Wissen an der Sieg geboren und schon als Kleinkind mit ihren Eltern nach Südafrika ausgewandert. |
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