23. August: Von 500 auf 950 Höhenmeter in 100 Minuten (1/5)
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Brrr, ist das kalt heute Morgen! Nachdem uns nachts das Heizöfchen und warme Schlafsäcke mollig warm gehalten haben, sind die Temperaturen ein Schock. Kaum schaut die Sonne über die Berge, heizt die Natur auf. Wir frühstücken unter den hochgewachsenen Zedern sogar im Freien.
Erste Kontaktaufnahme mit unseren Campingnachbarn: Lächeln und vorsichtiges Winken. Dann brechen wir zu den Wasserfällen auf. Die Temperaturen zeigen sich um diese Tageszeit wandererfreundlich, der felsige Aufstieg führt oft durch Schatten. Am Wegrand entschließen sich die Wildblumen, ihre Kelche zu öffnen und sie der Sonne zuzuwenden. Ihre Farben leuchten herrlich bunt. In Serpentinen windet sich der Pfad um Felsen und Abgründe, die Klettertour fordert Oberschenkel- und Wadenmuskeln. Endlich sind wir oben, über uns braust ein abenteuerlicher Wasserfall zu Tal. Herbert wagt sich näher ran als ich und schießt ein paar spektakuläre Fotos.
Unsere Campingnachbarn sind inzwischen sichtlich erschöpft ebenfalls angekommen. Doch wir nehmen uns keine Zeit für ein Schwätzchen und steigen abwärts. Ich staune immer wieder, wie unterschiedlich die Landschaft auf einem Rückweg aussieht.
Als wir nach dem Abendessen zu den Ablutions gehen, passen mich die beiden Frauen von der Nachbarcampsite ab. Smalltalk nach dem Wer, Woher und Wohin ist ein nicht zu unterschätzender sozialer Kitt. Der natürlichen Freundlichkeit und bemerkenswerten Hilfsbereitschaft der Südafrikaner wollen wir uns sowieso nicht entziehen. Ich mache den Fehler, unseren Wohnort in Deutschland zu verraten, was noch Folgen haben wird. Danach verziehen wir uns in den Camper, laden die Fotos vom Tag hoch und bearbeiten unsere Mails. Erstaunlich, wie fix das Internet in dieser Einsamkeit im Gegensatz zu Paternoster an der Küste funktioniert.