| In der Nacht hat es merklich abgekühlt, so sehr, dass wir in T-Shirt und kurzer Hose frieren. Wir machen uns auf den Weg Richtung Olifants Lodge, der uns durch die Savanne führt und als Löwengebiet gepriesen wird. Wir sehen unsere großen, grauen Lieblinge, die Elefanten. Impalas sind im Schatten der wenigen Büsche und Bäume nur zu erkennen, wenn sie sich bewegen – zumindest ihre Schwänze, die schneller wackeln als Scheibenwischer bei Starkregen. Wir entdecken ein Bleichböckchen, hoch oben in einem mächtigen Baum einen Gaukler. Wir glauben, einen Kaptriel zu entdecken, und müssen an die Nächte in Australiens Norden denken, in denen das geisterhafte Geheul dieser Vögel unseren Schlaf gestört hat. Ein Blick in den Carruther verrät, es ist eine weibliche Rotschopftrappe, die keinen Kopfschmuck hat. Von einem Aussichtspunkt aus blicken wir über Letaba und Olifant, beides Flüsse, die ohne Korsett durch die Landschaft strömen dürfen. Nach ausgiebigen Regenfällen können sie über zehn Meter ansteigen. Die grandiose Aussicht auf die Flusslandschaft war auch ohne Sonne den Weg wert. Trotzdem sind wir traurig, dass sich weder ein Löwe, noch ein Leopard zeigt. Ich beobachte im Vorbeifahren große Bäume, in denen die Leoparden vorzugsweise samt ihrer nächtlichen Beute den Tag verbringen, habe jedoch kein Jagdglück. Auf dem Rückweg kommen wir in einen Regenguss und erinnern uns, dass die Campingstühle im Freien stehen. Am Straßenrand parken mehrere Fahrzeuge. Die Insassen winken aufgeregt in eine Richtung, also bleiben wir ebenfalls stehen. In einem Prachtexemplar von Baum bewegen sich heftig Äste und Zweige. In Abständen dringt raues Bellen zu uns herüber. Ein Leopard? Leider wird er vom Blattwerk immer wieder verdeckt, so dass wir ihn nur erahnen können. Ab und zu lässt er seinen langen Schwanz sehen. Als er um den Stamm herum auf einen anderen Ast klettert, sehen wir ihn deutlich. Hahaha, ein Pavian! Lachend fahren wir an den wartenden Fahrzeugen vorbei. Ein Mann lächelt uns selig an, er hat seinen Irrtum noch nicht bemerkt. Triumphierend hebt er den Daumen. Wir lassen ihm die Freude. |
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