6. Oktober: Blütenrausch in der Magoebaskloof-Region (1/4)
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Wir stehen früh auf und glauben, alle Zeit der Welt für unsere Wanderung zu haben. Vorher versuchen wir, für das Notebook eine frische Maus zu fangen, da die alte das Zeitliche gesegnet hat. Es nervt, sich stattdessen mit dem Kratzfeld begnügen zu müssen. Leider haben wir in dem kleinen Haenertsburg kein Glück. Im Ort werden wir von einer Frau angesprochen, die in Begeisterung gerät, als sie hört, dass wir aus der Nähe von Stuttgart kommen. Ihr Mann sei aus Gaildorf gewesen, was Anlass ist, uns nicht wieder wegzulassen.
Es ist deshalb schon 11:00 Uhr, als wir den Aufstieg ins Grasland in Angriff nehmen. In diesem Naturschutzgebiet beginnen jetzt im Frühjahr seltene Pflanzen zu blühen und sprießen. Leider ist die Natur noch nicht so weit entwickelt, dass sie ein frühlingshaftes Gesamtbild zeigt. Wir brechen die Tour ab und folgen der Empfehlung, Cheerio Gardens
zu besuchen, wo Azaleen in allen Farben und Sorten in übermannshohen Sträuchern in voller Blüte stehen. Die Kümmerlinge, die wir daheim auf der Fensterbank züchten, nehmen sich dagegen armselig aus. Nach zwei Stunden haben wir uns besoffen geguckt und treten die Rückfahrt an.
Fazit des Tages: Haenertsburg ist ein Eldorado für Botaniker! Für Geocacher ist es eher eine Enttäuschung, denn zwei von drei Geocaches finden wir trotz angestrengter Suche nicht. Zu spät fällt uns auf, dass es im Ort ganz still geworden ist, nur noch einzelne Touris mit ihren Kameras unterwegs sind. Als ich in einem Lokal nachfrage, ob wir etwas zu essen bekommen, wird mir beschieden: Erst ab morgen wieder. Es scheint heute ein lokaler Feiertag zu sein, der nirgendwo verzeichnet ist. Und wieder sorge ich in der hereinbrechenden Dunkelheit fürs Abendessen.