| Pünktlich setzt unser Flugzeug am Flughafen O.R. Tambo in Johannesburg auf, rollt zur Endposition und spuckt uns in einen Finger. Den Weg zum Gepäckkarussell legen wir im Laufschritt zurück und siehe da, unsere Reisetaschen drehen sich bereits im Kreis.
Aufgrund der beiden vorhergehenden Besuche wissen wir, wo wir Bargeld wechseln müssen und wundern uns diesmal nicht über den dicken Packen Randscheine, den wir in die Taschen stopfen. Fünfzehn Rand für einen EURO, der Kurs ist günstig!
Bei Vodacom erhalten Handy und Notebook eine südafrikanische Identität, und bald befinden wir uns auf dem Weg zur Campervertretung. Auch das erledigen wir routinemäßig, dann rufe ich bei Huberta an: Wir kommen! Leider verfahren wir uns, weil das Navi nicht mit uns spricht, sondern nur die Richtung anzeigt. Doch eineinhalb Stunden später sind wir bei unseren Freunden. Wir sind alle hungrig und beginnen mit einem guten Essen in jenem Lokal, in dem wir vor drei Jahren Abschied gefeiert haben. Wenn das kein passender Einstand ist! Habe ich etwas vergessen? Ach ja, den Ersteinkauf! Walter sockt mit uns durch „seinen“ Supermarkt, der wenige Tage zuvor leider alle Waren neu eingeordnet hat. O je! Wie jedes Mal bin ich anschließend platt, und erst nachts fallen mir Dinge ein, die zwar nicht lebens- aber reisenotwendig gewesen wären. Macht nix, wir haben vierunddreißig Tage Zeit, sie zu besorgen. Die erste Nacht im Camper schlafen wir wie die Murmeltiere, werden am nächsten Morgen um 6:00 Uhr durch Autoverkehr geweckt und kommen damit peinlicherweise unseren Gastgebern zuvor. Wir nutzen die Zeit, im Camper umzuräumen, danach gibt es königliches Frühstück. Nach einem kleinen Schwatz verlassen wir um 10:00 Uhr die gastliche Stätte und wenden uns gen Osten. Dreihundert Kilometer schnurgerade Autobahn machen müde, und so freuen wir uns, als wir endlich nach Norden ausfahren können. Die Landstraße führt durch eine idyllische Urlaubsgegend, die für Fliegenfischer ein Eldorado ist. Nein, nicht die Fliegen werden gefischt, sondern Fische werden mit phantasievoll gestalteten Kunstfliegen gefoppt – und schon hängen sie am Haken. Jeder hat sein Hobby, die einen geocachen, die anderen ... na ja. Das Highlight des Tages ist der Long Tom Pass, über den wir mit vielen Fotostopps Richtung Graskop ins Zentrum der berühmten Panoramaroute fahren. Die Landschaft ist großartig. Unser erster Campingplatz „Panorama Restcamp“ in Graskop liegt traumhaft schön. Vom Pool aus blickt man in die Berge und auf viele spitze oder knubbelige Pinnacles, die die Urgeschichte hat stehen lassen. Leider schaffen wir es an diesem Tag nicht, ins Wasser zu springen. |
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