Von Livingstone sind es nur siebzig Kilometer bis zum Grenzposten, deshalb lassen wir es gemütlich angehen an diesem Morgen. Ich werfe noch einen Blick in die Notizen über die Zustände an den Grenzübergängen Botswana – Sambia. Alle Informationen beziehen sich auf die Richtung nach Sambia, was mich dahingehend beruhigt, dass unsere Richtung problemlos sein müsste. Vorsorglich haben wir wegen der Maul- und Klauenseuche sämtliche Fleischprodukte, Milch, Obst und Gemüse aufgegessen.
Die Bauarbeiten für die Brücke über den Sambesi, die künftig die Fähre nach Botswana ersetzen soll, kündigen sich frühzeitig an. Was hier an Erde und Gestein bewegt wird, ist gigantisch! Die Beschilderung ist miserabel, aber freundliche Bauarbeiter winken uns vorbei an Baufahrzeugen und anderen Lkws auf den richtigen Pfad. Endlich fahren wir auf die Grenzbaracken zu, bis ein riesiges Eisentor die Weiterfahrt versperrt.
Bevor wir uns orientieren können, werden wir von wild gestikulierenden jungen Männern umringt. Wir sollen uns hinter einem Pkw einreihen. Ein Typ in petrolfarbigem T-Shirt mit einem vermutlich gefakten Ausweis auf der Brust dient sich uns als Lotse an. Er bietet Hilfe bei Zoll und Passkontrolle und will das Ticket für die Fähre für 30 US$ besorgen. In meinen Unterlagen lese ich 28US$, aber vielleicht sind ja die Preise gestiegen. Als wir aussteigen, bestürmen uns mehrere Männer, auf unser Auto aufpassen zu wollen, 50 Kwacha seien der Preis. Wir sagen einem der Männer, dass wir ihn nach Rückkehr bezahlen.
Der Typ mit dem Ausweis schleust uns in kurzer Zeit durch Zoll und Passkontrolle, nach ca. 20 Minuten stehen wir wieder am Auto. Dort treffen wir auf einen Mitarbeiter von Bushlore, der uns kurz begrüßt, ob wir Probleme hätten. Die haben wir in diesem Moment noch nicht.
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