23. Sept.: Mit dem Boot ins Delta (3/9)
  Umblättern
 
WLechwes und Impalas haben eine hohe Fluchtdistanz, so dass wir keine Portraits, sondern nur Gruppenfotos machen können. An Vögeln, auch wenn es sich um einen Malachiteisvogel handelt, zeigt weder unser Guide noch der Rest der Gesellschaft Interesse. Wir durchfahren enge Kanäle durchs Schilf. Die Halme peitschen links und rechts ans Boot, und ich ziehe meinen linken Arm zu mir heran. Zwischendurch legt der Bootsführer immer wieder einen Speed ein, so dass sich das Boot in den Kurven gefährlich auf die Kante neigt. Für solche Mätzchen hat er zwar das falsche Publikum an Bord, aber ihm scheint es Spaß zu machen. Mittags legen wir auf Chief’s Island eine Lunchpause ein, dann steigen wir wieder ein. Kaum röhrt der Motor, taucht neben mir ein Hippokopf aus dem
Wasser, prustet und verschwindet wieder. O Schreck! Doch er lässt uns unbeschadet ziehen. Kurz darauf taucht vor uns eine zehnköpfige Hippogang aus dem Wasser auf. Wir bleiben stehen, haben Zeit, dem Treiben der Tiere zuzusehen. Danach setzt unser Bootsführer erneut die Nachbrennstufe ein und braust mit uns über den Boro River Richtung Heimatstall. Es spritzt, das Boot legt sich in die Kurven, Elefanten nehmen erschrocken Reißaus. Eine Leine der Persenning ist den Gewalten nicht gewachsen und reißt mit einem Knall – unseren Kamikazefahrer stört es nicht. Erst als kurz vor Maun der Verkehr zunimmt, drosselt er die Geschwindigkeit. Genuss hat für uns eine andere Qualität!