| Unsere Absicht, das Camp frühzeitig zu verlassen, wird mehrfach durchkreuzt. Als erstes taucht Karin noch einmal auf, um voller Begeisterung zu berichten, dass die Halbtagestour am Tag zuvor ebenfalls sehr erfolgreich gewesen sei. Wir verplaudern die Zeit und packen dann eilig zusammen, denn heute ist Sonntag, und wir wissen nicht, wie lange die Läden in Katima geöffnet sind. Als wir den Motor starten, kommt Dan angerannt, will wissen, ob und wie uns die Bootsafari gefallen hat. Er selbst war mit seinem großen Boot und einer Reisegruppe ebenfalls unterwegs. Bei dem Gespräch mit ihm betonen wir, dass sein Guide ein Juwel sei. Er bestätigt, dass es seinesgleichen nicht viele gibt. Eigentlich sollte bei zwei Gästen ein Helfer mitfahren, aber das Boot sei zu klein für vier Personen, was wir bestätigen können. Wir unterhalten uns länger als geplant und wären nicht abgeneigt gewesen, die Unterhaltung fortzusetzen, wenn wir nicht Sorge gehabt hätten, dass die Geschäfte in Katima schließen.
Katima ist wie immer heiß, staubig und trubelig. Die Einkaufsliste ist bald abgearbeitet, nur die alkoholischen Getränke müssen wir auf Montag verschieben. Wir essen im Restaurant des Einkaufszentrums zu Mittag. Bis zum Namwi Island Camp sind es zwölf Kilometer, die Hälfte davon auf staubigem Pfad. Der Besitzer oder Pächter scheint neu zu sein, denn inzwischen gibt es WiFi, gegen das sich der Vorbesitzer mit aller Kraft gewehrt hatte. Kurz hinter uns trifft ein Unimog mit Ludwigsburger H-Kennzeichen ein. Das Ehepaar ist seit einem halben Jahr unterwegs und will erst in drei Monaten wieder daheim sein. Nach den Formalitäten an der Rezeption steuern wir den alten Baum am Ufer des Sambesi an, unter dem wir vor fünf Jahren schon einmal gestanden haben. Auto abstellen, campfertig herrichten, dann gehen wir im Wasser des Sambesi schwimmen, in dem es vor Krokodilen und Hippos wimmelt. Ihr lest richtig! Der campeigene Pool ist nämlich mit Flusswasser gefüllt. WiFi macht zwar Probleme, aber mit Mühe schafft es Herbert, Fotos und Tagebuch der letzten Tage hochzuladen. Nach einem kurzen Schnack mit den Weltenbummlern verschwinde ich im Bett. Das Huh einer Eule im Baum über uns begleitet mich in den Schlaf. |
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