Rückschau: Ein Fazit   (1/1)
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Die Tour
Jede Reise hat ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Charme. Auf unserer dritten Tour durch das südliche Afrika legten wir in achtundzwanzig Tagen 4700 km zurück, davon ungefähr 1000 km auf Gravel oder offroad. Für ein bis zwei Übernachtungen steuerten wir insgesamt siebzehn verschiedene Campingplätze an und logierten dreimal in einem Gästehaus in Windhoek. Allein für die 1700 km Durchquerung des Nordens entlang der angolanischen Grenze von den Epupafalls im Westen bis Katima Mulilo im Osten nahmen wir uns zehn Tage Zeit. Anders als bei den vorhergehenden Reisen fällt uns diesmal kein Schwerpunkt ein, sondern die Erlebnisse hätten unterschiedlicher nicht sein können.

Einige Highlights unserer Tour sind besonders hervorzuheben
Es bot sich öfters die Gelegenheit, menschliche Kontakte zu knüpfen. Sowohl in den Lodges, wo wir campten und die Gelegenheit nutzten, abends essen zu gehen, als auch von Campingtourist zu Campingtourist ergaben sich aufschlussreiche und informative Gespräche. Einige von weißen Afrikanern oder deutschen Touristen geäußerte Ansichten und Vorurteile schockierten uns. Wir können zum Beispiel nicht nachvollziehen, dass alle schwarzhäutigen Menschen stinken, Tierquäler sind und alle kriminell sind.
Martin von Lüttich, ein schwarzer Namibier mit deutschen Wurzeln führte uns durch Windhoek und ließ uns teilhaben an geschichtlichen Hintergründen aus „schwarzer“ Sicht. Marius Steiner vom Camp Aussicht vermittelte uns bei einem unangekündigten Besuch in einem Himbadorf, in dem keine Show für Touristen abgezogen wurde, Einblicke in das Leben der Himbas. Die Lebensumstände der Frauen und Kinder bedrückten uns. Während eines Bushwalks im Thakadu Camp bei Ghanzi begleiteten wir etwa zwei Stunden lang eine Gruppe Buschleute. Uns verblüfften ihre Kenntnisse über Pflanzen, die ihnen als Nahrung, Heilmittel und Wasserspeicher dienen.
Im Gegensatz zu unserer Tour 2013, als wir das Moremi Game Reserve und den Chobe Nationalpark ausschließlich auf vier Rädern erkundeten, nahmen wir diesmal an einer Bootsfahrt auf dem Chobe teil und flogen mit einer viersitzigen Cessna übers Delta, dessen Wasserstand in diesem Jahr bemerkenswert hoch ist. Während wir in Namibia die Schönheit der Landschaften genossen, war es in Botswana wie schon im vergangenen Jahr die Tierwelt, die uns faszinierte. Wir träumen und erzählen begeistert von der abwechslungsreichen Tierwelt, insbesondere von den großen Elefantenherden in der Flusslandschaft des Chobe, die uns unvergesslich bleiben werden.
Bleibt nachzutragen, dass bei der Rückkehr in Frankfurt wiederum einige Rolltreppen streikten, und wir unsere Reisetaschen treppauf und treppab schleppen mussten. Unseren Zug ohne Umsteigen erreichten wir nur, weil er wegen eines Personenschadens sehr viel später einfuhr. Inzwischen wissen wir, dass AfriCamper der Delle im Fahrzeug keine Bedeutung beigemessen hat, denn die Blockade der Sicherheitsleistung wurde anstandslos aufgehoben.

Das Fahrzeug
Das Anmieten des Bushcampers Gen 4 auf Toyota Hilux von AfriCamper war ein Glücksgriff, das Fahrzeug wurde unseren Ansprüchen weitgehend gerecht. Es ist solide verarbeitet, aufgrund des Aluminiumaufbaus leichter und schmaler als ein DiscovererX und nicht so kopflastig. Wir entschieden uns für das Fahrzeug, weil nach der Aussonderung des DiscovererX die Auswahl an Allradcampern mit Porta Potti, auf dem Traudel besteht, um nachts das Fahrzeug nicht verlassen zu müssen, sehr begrenzt ist. In weiser Voraussicht hatten wir ein zusätzliches Stromkabel und einen 230-Volt-Anschluss geordert, denn im durchgehenden Batteriebetrieb kam der Kühlschrank seiner Aufgabe längstens knapp zwei Tage lang nach. Daran waren nicht etwa die LED-Leuchten in der Kabine schuld, da sie die Batterie schonen, sondern an heißen Tagen mit bis zu 40°C schaffte es der „Engel“ nicht, seine Wärme in die Umgebung abzugeben. Die Bettfläche war mit 1,40 m Breite schmaler als vom Adventurer-Camper in Australien und DiscovererX gewöhnt. Bei einer lichten Höhe von nur 55 cm geriet das Einsteigen und Umdrehen, damit der Kopf Richtung Tür wies, jedes Mal zu einer gymnastischen Herausforderung. Das auf Maß der Türöffnung gefertigte Moskitonetz entpuppte sich als gute Idee, es hielt die Kabine frei von diesen Blutsaugern und anderen Insekten, bot Sichtschutz und die Gelegenheit, die Tür nachts offen zu lassen. Mit Resten des Klett- verschlussbandes, mit dem wir das Netz befestigten, bastelten wir aus kleinen Plastiktüten Utensilos, die wir an den mit Teppich verkleideten Innenraum kletteten. Zum ersten Mal während unserer Reisen in einem 4WD-Camper mussten wir nicht aus der Reisetasche leben, sondern konnten unsere Kleidung in dem großzügig bemessenen Stauraum unterbringen. Vermutlich weil das Fahrzeug noch neu war, hatten wir auch nach langen Fahrten auf Gravel und Sand erstmals keinen Staub in der Kabine. Nicht optimal gestaltete sich das Kochen auf den zwei Gasflaschen im Freien, da oftmals ausgerechnet morgens während des Kaffeekochens oder der Zubereitung des Abendessens die thermischen Winde einsetzten.