15. Oktober: Im Khama Rhino Sanctuary(2/8)
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Der Park ist als sehr wildreich bekannt, und selbstverständlich hoffen wir, dass wir Nashörner zu sehen bekommen. Aufgrund der Anzahl ihrer Kotbollen, die überall herumliegen, sind wir guten Mutes. Am Wasserloch Birds Hide legen wir eine längere Pause ein. In den Büschen schwirren, singen, zwitschern und krakeelen Vögel in schillernden Farben. Nach und nach stellen sich auch die vierbeinigen Besucher ein: Mehrere Rotten Warzenschweine eilen mit hoch aufgerichteten Schwänzen zum Wasser, Springböcke und eine Gruppe weiblicher Schwarzfersen-Impalas kommen als nächste. Kurz darauf sind auch die Böcke zur Stelle und bringen Unruhe in die Weiberschar, die entsetzt flüchtet. Eine majestätische Elenantilope trinkt ohne Hast ihren Schoppen und verschwindet angemessenen Schritts. Neben ihr wirken die Gnus wie Zwerge. Und dann, ja, dann stampfen unter Getöse drei Nashörner aus dem Gebüsch. Nicht irgendwelche, nein, drei seltene weiße Nashörner. Sie sehen aus wie Drillinge. Um ihren Erhalt zu sichern, wurde dieses Schutzgebiet gegründet. Wir nehmen uns viel Zeit und schauen ihnen zu, bis sie uns ihre Hinterteile zudrehen und verschwinden. Auf dem Rückweg zur Campsite sehen wir einem Kudu zu, das auf den Hinterbeinen balanciert, um ein paar leckere Blätter zu naschen. Das Schlusslicht bildet ein Oryx, der neben dem Fahrweg ein Nickerchen gehalten hat und von unserem dröhnenden Fahrzeug hochgescheucht wird. Kaum haben wir unsere Campsite erreicht, erhalten wir Besuch. Ein beringtes Tokopärchen, das uns schon gestern seine Aufwartung machte, gibt die Hoffnung nicht auf, einen Happen vom Essen abzubekommen. Die Baumhörnchen sind zurückhaltender, wieseln eine Weile um uns herum und trollen sich. Inzwischen ist die Sonne untergegangen, und es ist frisch geworden. Herbert hat das Lagerfeuer angefacht und sich in eine Wolldecke eingemummelt. Ich werde ihm jetzt Gesellschaft leisten.